Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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„Wie lange waren Sie doch in der Seineſtadt?“

„Fünf Jahre.“

„Sie werden ſich hier bald nach Paris zurück⸗ ſehnen.“

„Ich glaube kaum.“

„Sie ſind viel gereist, da lernt man endlich die Ruhe ſchätzen, das iſt wahr! Sie hielten ſich auch lange in unſerm Norden auf, wie Sie mir ſagten.“

„Ja, ebenfalls fünf Jahre. O, ich führte dort ein rechtes Vagabundenleben. Ich begann mit Dresden, lebte dann in Leipzig, Berlin, Hannover, Hamburg, Copenhagen und Gott weiß wo ſonſt noch!“

„Und überall übten Sie ihre Kunſt?“

„Kunſt? Das Photographiren iſt ein Handwerk.“

„Wer es wie Sie betreibt, der iſt ein Künſtler, mein Freund! Ich ſah nirgendwo kööſtlichere Bilder, als die Ihrigen ſind!“

„Ein wenig Uebung—!

„Sie werden hier Aufſehen erregen! So blieben Sie alſo zehn Jahre von Ihrer Vaterſtadt entfernt?“

„Freilich!“

„Sie ſagten mir ſchon vor einigen Tagen, daß Sie keine Angehörigen mehr haben,— aber Freunde fanden Sie doch ſicher noch genug wieder?“

Walter zog die ſchmalen Lippen faſt verächtlich in die Höhe.