217
„Das iſt ganz gut, aber ich habe ja noch nicht einmal die Fauna der Umgegend hier kennen gelernt. Und dun—“
„O, ich fühl' es, wenn Sie mich zwingen hier zu bleiben, ſo werde ich in einigen Tagen entweder wahn⸗ ſinnig oder ein Selbſtmörder!“
„Zum Teufel, Du wirſt Dich doch nicht unter⸗ ſtehen, Martin?“ ſtammelte das Männchen erſchrocken. „So etwas kommt auf Eins hinaus!— Das iſt der Segen davon, wenn man ſich ſolch ein vorſündflutliches Unthier aufbürdet!— Ich ſoll jetzt zum Sklaven meines
Dieners werden! Und das Schlimmſte dabei iſt, daß
mich der Kerl mit ſeiner Geiſterfurcht anſteckt! Martin, mein braves Scheuſal, ſeien wir keine Thoren, laſſen wir uns nicht durch eine Sache einſchüchtern, die wir
—nicht gleich begreifen. Aber verriegle unſere Thüren, hörſt
Du? Bleiben wir die Nacht bei einander! Morgen will ich in aller Früh darauf dringen, daß das ganze Schloß durchſucht werde—“
„Gnädiger Herr, ich beſchwöre Sie, verlieren Sie kein Wort darüber, ich bin überzeugt, das würde mich hier an den Pranger bringen! Meine Vergangenheit käme an's Tageslicht, ich würde mich verrathen, und— mir das Leben nehmen!“
Adolf Schirmer. Ein Familiendämon. I. 15


