Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

192

Die Wahl, welche der Herr getroffen, ſchien dem Diener keineswegs nach Wunſch geweſen zu ſein, der lange Martin, der doch ſonſt ſo ungeſellig war und ſo gern in die Einſamkeit kroch, wenn es ſich thun ließ, hatte ſich am Abend, als der Baron ſich von den Be⸗ wohnern der Villa verabſchiedete, wo die Herrſchaften gemeinſchaftlich zur Nacht geſpeist, mit ziemlicher Un⸗ ruhe in das alte Gebäude zurück begeben.

Jetzt, in ſo ſpäter Stunde, befanden ſich Herr und Diener in dem Gemache Der kleine Baron ſchien noch gar nicht an Nachtruhe denken zu wollen, denn er kramte emſig unter ſeinen Schachteln herum, die in dem neuen Logis ſo gut Tiſche, Seſſel und Fußboden bedeckten, wie ſie dies am Morgen in dem Balkonzimmer der Villa gethan hatten.

Dem rieſigen Kammerdiener war dieſe raſtloſe Thätigkeit des Barons heute unſtreitig ganz recht, er ermunterte den Herrn noch augenſcheinlich dazu, denn er reichte ihm Schachtel nach Schachtel hin, ohne ihn daran zu erinnern, daß es ſpät ſei. Und es war dies im Grunde um ſo mehr zu bewundern, als Martin faſt nach der Oeffnung einer jeden Schachtel einen neuen Vorwurf erhielt, denn der Baron war darüber aus, ſeine Sammlung zu unterſuchen, die der Kammerdiener am Mittage ſo ſehr in Gefahr gebracht hatte.