Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
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„Sei ohne Sorgen,“ verſetzte der Vagabund lächelnd.„Das Bürſchchen wird mich weder ſehen, noch hören! Halte Wort, Thereſe! Um Mitternacht!“

Während der dem Strafhauſe entſprungene Ver⸗ brecher dieſe Worte flüſterte, verließ er geräuſchlos ſeine kauernde Stellung und ſchlüpfte ſchlangengleich in das Geſtrüpp hinein. Hier bog er nochmals das Gezweige auseinander, ſo daß ſein blaſſes Antlitz mit dem ſtruppigen Barte und den ſchwarzen blitzenden Augen ſichtbar ward.

„Vergiß nicht, Thereſe,“ murmelte er ſeinem Weibe zu, das regungslos auf dem Baumſtumpfe ſaß und ſein Antlitz mit einem unheimlichen Gefühle anſtarrte,„ver⸗ giß nicht, daß Dein Schickſal an meines geknüpft iſt, und Fritz Brandt, der ſchwarze Fritz, ſich nicht ab⸗ ſchütteln läßt, wie ein unbequemes Kleid! Um Mitter⸗ nacht, mein braves Weib!“

„Um Mitternacht!“ war die Antwort der Frau des Vagabunden.

Der Kopf mit den wilden Zügen verſchwand. Ein leiſes, kaum vernehmbares Kniſtern verkündete der Er⸗ zieherin des gräflichen Kindes, daß ihr Mann über den geſtrüppbewachſenen Erdboden hinweg in den Wald hin⸗ einkrieche.

Jetzt erſtarb das Geräuſch.