Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
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Gott, es hat den Anſchein, mein Kind, als käme ich Dir nicht gelegen! Und doch, ſag' ich Dir, iſt es ein wahres Glück für Dich, daß ich Dich gerade jetzt ge⸗ funden habe!“

Die Gouvernante ſah unruhig einen Moment lang nach dem Kinde und dem Steinbruche hinüber. Dann wandte ſie ſich mit größter Faſſung an den Vaga⸗ bunden.

„Sprich leiſe!“ ziſchelte ſie.

„Ei was,“ kicherte der Mann, indem er denn doch den Ton ſeiner Stimme dämpfte—„das Kind iſt zu fern, als daß es uns hören könnte, und der junge Graf guckt ſich tief unten im Steinbruche nach friſchen Fußſpuren die Augen blind! Ja, Du biſt überraſcht, mein Püppchen, mich ſo unerwartet zu ſehen?“

„Wie biſt Du in dieſe Gegend gekommen?“

„Dieſelbe Frage kann ich an Dich richten! Daß man mich nicht begnadigt haben wird, nachdem man mich vor ſechs Jahren zu zwanzigjähriger Zuchthaus⸗ ſtrafe verurtheilte, das liegt auf der Hand!“

„Es gelang Dir alſo auszubrechen!“

„Vor vierzehn Tagen, ja! Dich muß man aber doch ſchon vor Monaten aus Deiner Haft entlaſſen haben, Thereſe!“