„Wie? Sie unternahmen eine ſo weite Fahrt? Sie haben vermuthlich in D... Verwandte?“
„Nein, mein Herr. Ich ſuche im Auslande eine Anſtellung, die ich in der Heimat nicht finden konnte.“
„Ah, eine Anſtellung. 41
„Ich bin eine Waiſe, und als ſolche, trotz der Er⸗ ziehung, deren ich in einer glücklichen Jugendzeit mich zu erfreuen hatte, den Launen des Zufalls preis⸗ gegeben. Muſik und einige Sprachkenntniſſe müſſen mir durchhelfen.“
„Sie ſind Erzieherin?
„Ja, mein Herr.“
Der Graf und der Sohn blickten einander an. Aus den Augen Beider leuchtete derſelbe Gedanke.
Keinem von ihnen blieb Zeit übrig, ihn auszu⸗ ſprechen, denn ſchon lieh ihm das reizende Grafenkind unbe⸗ wußt Worte.
„Das arme Fräulein, wie blaß es iſt!“ rief die Kleine herzlich und lächelnd, nach der Hand des Mäd⸗ chens langend.—„Sie wiſſen nicht, daß Emmy todt iſt, ſeit geſtern! Sie könnte ich lieber haben, als Emmy! Wrum müſſen Sie weiter reiſen?“
„Sie muß ja nicht, wenn ſie bei uns bleiben will!“ verſetzte der Graf lächelnd.—„Mein Fränulein,“—


