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Das Mädchen war jung, ihre anſtändige Kleidung mit Blut befleckt; ihr linker Arm hing wie gebrochen herab.
Sie war ohnmächtig und todtenbleich, aber ſelbſt in dieſer ſtarren Regungsloſigkeit des ſchmerzlich verzoge⸗ nen Antlitzes lag Anmuth und jenes gewiſſe Etwas, das einer Perſon, deren Zügen es eigen iſt, ſchon auf den erſten Anblick ein hohes Intereſſe verleiht.
Und dieſe Erſcheinung war es, die Karln ſchon von der Ferne aus unwiderſtehlich angezogen hatte.
Er leiſtete ſogleich den Männern hülfreiche Hand, die das Mädchen von der Wucht eines Todten befreiten, eines armen Greiſes, deſſen zerſchmetterte Glieder die Arme vor dem Erdrücktwerden durch die einſtürzenden Holzwände des Waggons bewahrt hatten.
Jetzt hoben Karl und ein Arbeiter das Mädchen empor und trugen ſie zur Seite, dorthin wo auf dem Raſen des Erdwallrandes bereits zwei Verunglückte ge⸗ legt worden waren, ein armes Weib und ein junger, robuſter Menſch.
Ein Seitenblick Karl's ließ ihn dieſe Beiden ge⸗ wahren. Ein Schauer überlief ihn.
„Nicht dorthin,“ rief er dem Manne zu, der im Vereine mit ihm ſich mühte—„tragen wir das Mäd⸗ chen weiter! Sie iſt ohnmächtig, jene Unglücklichen dort


