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„Weshalb vermeſſen? Was kann das Schickſal, was die Welt, was können die Leidenſchaften der Men⸗ ſchen uns anhaben?“ entgegnete Karl zuverſichtlich. „Kehren wir nicht zu unſerm Stillleben heim, und dringt denn bis dorthin jener Glück und Frieden zer⸗ ſtörende Taumel, der heut zu Tage die Bevölkerung großer Städte mit ſich fortreißt, daß ſie Alles über⸗ ſtürzt und in unerſättlicher Habgier die Roſen des Le⸗ bens zertritt, um flimmernden Phantomen nachzujagen? Kennt man in unſern friedlichen Thälern den Vernich⸗ tungskrieg, den Einer gegen den Andern führt, den Kampf um Geld und Ehren, das wilde Haſchen nach betäubenden Genüſſen, die ſchleichende Intrigue? Ich habe hinreichend von der Welt geſehen, lieber Vater, um mich nicht nach ihren zweifelhaften Freuden und entnervenden Aufregungen zurückzuſehnen, ich kehre fröhlich nach Schloß Heiligenbrunn zurück, und Dein Wunſch iſt auch der meinige. Unſere Felder, Waldungen und Meierhöfe geben mir vollauf zu thun, denn ich habe ja die forſt⸗ und landwirthſchaftlichen Theorien, die ich mir im Hörſaal angeeignet, als praktiſch zu bewähren! Ich finde auf dem heimatlichen Boden den Schwerpunkt meines Lebens, Du willſt nichts mehr von dem Ge⸗ treibe draußen, und das Schweſterchen Agnes läuft noch in den Kinderſchuhen, ihr iſt der Park mit ſeinen
Adolf Schirmer. Ein Familiendämon. I. 2


