277
kann, als— mit einem Wort— als Du es biſt, Ju⸗ lie? Nun denn, wenn Dir Dein eigenes Nachdenken ſagen muß, daß ein Egoiſt nicht alſo handeln kann, ſo liegt es auch für Dich am Tage, daß ich durch jene Ot⸗ tilie nur meine Papiere und mein Geld wollte, daß nur mein Sinn darnach geſtanden, dem Bankerottirer eine Summe zu entreißen, die ohne ſolches Mittel in weni⸗ gen Tagen für mich verloren ſein muß, nicht aber mich in den Beſitz eines Mädchens zu ſetzen, die eine Gräfin Inlie nicht aufwiegt!“
Der Baron hatte mit Leidenſchaft geſprochen. Jetzt richtete er den Blick auf die ſchöne Dame der Demi⸗ monde; dieſer Blick, der vorwurfsvoll und liebeglühend zugleich war, hatte jene magnetiſche feſſelnde Kraft, deren der Abenteurer ſich bewußt war. Der Buſen der Gräſin wogte ſtürmiſch.
„Und wenn Du nich belügen ſollteſt, wie ich nicht zweifle,“ liſpelte ſie mit in heftiger Erregung flammen⸗ dem Blick und zitternder Stimme,„ich laſſe nicht von Dir!“
„Ich aber werde⸗Dich verlaſſen müſſen,“ verſetzte der Baron düſter,„und das durch Deine Schuld, denn wenn der Tochter Stahl's von der Polizei meine Schrif⸗ ten abgenommen worden ſind, wie ich befürchte—“
„Sei ohne Sorgen,“ unterbrach ihn die Gräfin


