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Mutter und Tochter ſich im kleinen Salon gegenſeitig bewunderten, und einander auf dieſe und jene Verbeſſe⸗ rung an ihrer Toilette aufmerkſam machten, die dann auch mit Hülfe der weiblichen Dienſtboten bewerkſtelligt wurden..
„O mon Dieh!“ ſeufzte die dicke Dame, deren Steinkohlenaugen heute ziemlich mißmuthig und unge⸗ duldig aus den vom zarteſten Roſa angehauchten Fettpolſtern ihrer Wangen herausſchauten,—„das hat man davon, wenn man Alles über Hals und Kopf abthun ſoll. Als ob man nur ſo ohne Weiteres in die Kirche laufen könnte, wo die Leute einen noch mehr mu⸗ ſtern und bekritteln, als auf der Promenade! Stahl hat manchmal ſeltſame Begriffe von savon vivre! Jetzt habe ich mich übereilen müſſen, ich ſchaue gewiß heute abſcheulich aus, nicht wahr, ma ville?“
Die korpulente Dame trat, während ſie ſprach, vor den großen Wandſpiegel des Wohnzimmers, und betrachtete ſich darin von allen Seiten.
„Nicht doch, Mama,“ entgegnete Ottilie deren ſchöne, regelmäßige Züge ebenfalls Befriedigung aus⸗ drückten,„ich ſinde Sie gerade heute charmant! Die neuen Seidenlocken ſtehen Ihnen gut, das neue Kleid iſt dieſesmal eng genug in der Taille, und wirft keine Falten unter den Armen, wie Ihr letztes, Sie wiſſen, das von


