Sie ſah ihren Gatten in lebhaftem Geſpräche mit einer reizenden, verführeriſchen Dame, deren zweideutige Lebensſtellung ſie im Moment mit dem Inſtinkt des recht⸗ ſchaffenen Weibes errieth.
Dieſe Dame lachte und ſcherzte vertraulich, und richtete ihren glühenden Blick leidenſchaftlich auf Ferval, der lächelnd und erregt ſein ganzes Sein in die dunklen Augen der ſchönen Verführerin zu verſenken ſchien.
Thereſe ſchwankte. Sie griff voll Entſetzen mit ihren zitternden Händen zu den Schläfen.
Sie ſtieß einen unterdrückten Schrei aus,
„Allmächtiger Gott!“ murmelte ſie beinahe tonlos. —„Er liebt mich, er liebt ſein Kind nicht mehr!“
Ihr ward dunkel vor den Augen, krampfhaft griff ſie nach dem Arme Stahl's, ihre Sinne ſchwanden. Der Fabrikant fing die Bewußtloſe in ſeinen Armen auf.
„Suchen wir die Ohnmächtige ohne Aufſehen in den Fiaker zurückzubringen!“ raunte Stahl der Mamſell Liſette zu.
Ende des zweiten Theiles.
Druck von Lutſchansky u. Spitzer.


