Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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übernommen haben, Liebſter. Ich habe bis jetzt damit gewartet, Ihnen dieſelben zu präſentiren, weil ich es für unſtatthaft hielt, eine Spielſchuld unmittelbar nach ihrer Kontrahirung einzuziehen. Da ich aber gerade heute nicht bei Kaſſe bin, und es Sie nicht geniren dürfte, wie ich ſoeben geſehen habe—“

„So, ſo!“ unterbrach Stahl ſeinen Beſucher mit äußerſter Ruhe und eiſiger Kälte.—„Sie haben da die Bons, welche ich vor zehn Tagen bei der Gräfin Leggiero ausſtellte. Ganz ſchön, Herr Baron. Nur muß ich Ihnen bemerken, daß ich mich nicht für verpflichtet halte, dieſe Papiere einzulöſen.“

Der Baron riß die Augen auf.

„Weshalb nicht?“ fragte er verwundert.—„Ent⸗ halten dieſe Papiere nicht Ihre Unterſchrift?“

„Das kann ich nicht leugnen!“ antwortete Stahl phlegmatiſch.

„Und iſt eine Spielſchuld nicht obendrein eine Ehrenſchuld?“

„Man ſetzt ſeine Ehre nur dort ein, wo möglicher⸗ weiſe Ehre zu gewinnen iſt!“

„Ich verſtehe Sie nicht, mein Herr!“ antwortete der Baron ernſt und faſt in ſtrengem Ton.—„Doch ſo viel weiß ich, daß ich Ihre Unterſchriften in Händen habe, Sie durch Niemanden gezwungen wurden, die