Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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gezwungen. Nun er ſaß und mit aller Kraft des Geiſtes ſeine ſtets ſo rege Phantaſie beherrſchte, brach er körper⸗ lich faſt zuſammen. Aber er ermannte ſich dennoch bald, und erlangte jene Kälte wieder, deren er ſo dringend be⸗ durfte, um ſeine jetzige Situation mit klarem Blick über⸗ ſchauen, und ihr entſprechend durch Scharfſinn begegnen zu können.

Was hatte er nicht Alles während der verfloſſenen zehn Tage gethan, um feſten Fuß auf dem Boden zu faſſen, den er an jenem Taufabend ſeinen Gegnern ab⸗ gewann! Er hatte die Tante, nachdem dieſe in heftiger Aufregung die Wohnung Fervals verlaſſen, in ſeinem Wagen nach Neuwaldegg geführt, und unterwegs ſchon Alles aufgeboten, den Sinn der erzürnten Greiſin zu umgarnen, indem er Thereſe und ihren Mann der Gott⸗ loſigkeit beſchuldigte, und eine gut geſpielte, fromme Ent⸗ rüſtung zur Schau trug. Am andern Tage war er wie⸗ der bei der alten Dame erſchienen, unter dem heuchleri⸗ ſchen Vorwand, als dränge ihn ſein chriſtliches Gemüth, eine Verſöhnung herbeizuführen, während er zugleich durch vorſichtige und verdächtige Anſpielungen, die er fallen ließ, den Riß noch zu erweitern ſuchte. Er hatte es erwirkt, die Tante an einem der nächſten Tage bei ſich empfangen zu dürfen, und ſie war in der That ge⸗ kommen, was ſich ſeit Jahren nicht ereignete.