Viertes Capitel.
Ein Schelm überliſtet den anderen.
Ungefähr um eilf Uhr Vormittags kehrte Stahl in ſeine Wohnung zurück. Er hatte, nachdem er von Fer⸗ vals fortgegangen war, die einſamſten Straßen jener Vorſtädte eingeſchlagen, welche zwiſchen der Joſefſtadt und dem Schottenfeld liegen. Wie ein Geiſtesabweſender war er vorwärts geſchritten, den Blick ſtarr auf das Straßenpflaſter vor ſich gerichtet, die ſchmalen Lippen in verbiſſener Wuth feſt aneinander gepreßt und herab⸗ gezogen. Während er aber ſo äußerlich einem Menſchen geglichen hatte, der, empfindungslos gegen die Außen⸗ welt, in dumpfes, wüſtes, gedankenloſes Hinſtarren ver⸗ ſunken iſt, war ſein ränkevoller Geiſt raſtlos thätig ge⸗ weſen, tauſend Kombinationen zu entwerfen, die alle auf ein Ziel gerichtet waren,— das Glück der jungen Ehe⸗


