Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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eine Dienſtleiſtung von ihr wollte, oder ein Stichblatt brauchte, an dem ſie ihren Spott, ſowie ihre üble Laune auslaſſen konnte. Dazu kam noch, daß dem tief empfindenden, gekränkten Gemüthe der armen Pauline ein Kummer zu ertragen auferlegt worden war, der allein hingereicht hätte, ein Menſchendaſein elend zu machen.

Pauline liebte den jungen Weidner, wie es der wackere Vater desſelben mit ſeinem ſchlichten, natürli⸗ chen Verſtande ganz richtig errathen hatte, und liebte ihn, wie ſie überzeugt war, hoffnungslos. Alle Krän⸗ kungen, welche ſie von Eltern und Geſchwiſtern erfuhr, denn auch Robert, das blaſirte, fünfzehnjährige Mut⸗ terſöhnchen, behandelte die Schweſter von oben herab, würde ſie vergeſſen haben, hätte Franz Weidner einen

freundlichen Blick, ein theilnahmsvolles Wort für ſie ge⸗

habt. Aber er ſchien das ſtille, demüthige, unſcheinbar gekleidete Mädchen kaum zu bemerken und tändelte mit

der luſtigen, pikanten Ottilie, die ihn durch Koketterie zu

feſſeln wußte. Jeder Blick, der zwiſchen dieſen Beiden

gewechſelt ward, war Paulinen ein Stich ins Herz,

jede Galanterie, die Franz der Gefallſüchtigen erwies, ließ das arme Mädchen erbeben, aber es leitete ſie hie⸗

bei nicht der Gedanke an ſich ſelbſt. Pauline war eine

ſo edle, reine, aufopfernde Natur, daß ſie nur an den gehei⸗