Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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„Sie iſt nicht ohne Geiſt, hat muntere Laune, iſt ſchön und elegant. Wo ſie erſcheint, da macht ſie Aufſehen. Sie gefällt mir, aber heirathen möchte ich ſie darum doch nicht. Wenn ich aufrichtig ſein ſoll, ich— ich erweiſe ihr einige Artigkeiten, weil es meiner Eitelkeit ſchmei⸗ chelt, von ihr vor den Andern, die ſich um ſie drängen, ausgezeichnet zu werden!“

„Du biſt ein Geck!“ rief Weidner lachend.— „Hm,“ fuhr er in oberflächlichem Tone fort,„ihre Schweſter Pauline ſcheint mir anders zu ſein.“

„Ich hatte wahrlich noch keine Zeit, mich mit ihr zu beſchäftigen!“ antwortete Franz gleichgültig.

Weidner und ſeine Frau wechſelten insgeheim einen verſtändlichen Blick mit einander. Aus demjenigen Weidner's ließ ſich herausleſen:„Sagt' ich's nicht, liebe Alte, daß eine gute Grundlage für's ganze Le⸗ ben vorhalte?“ Der Blick der Frau aber ſchien zu ſa⸗ gen:„Wir ſind noch weit vom Ziele, Alter!“

Die Eheleute hatten einander kaum in dieſer Weiſe verſtohlen angeſchaut, als an die Thüre gepocht ward.

Der Buchhalter Weidner's, ein alter gewiſſenhaf⸗ ter, pedantiſcher Mann, der mit ſeinem langen grauen Schnurrbarte eher einem penſionirten Wachtmeiſter als einem Weſen der doppelten Buchhaltung glich, erſchien auf der Schwelle des Geſchäftszimmers.