Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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auch mit geſpannter Aufmerkſamkeit nach jener Rich⸗ tung hin, in der die Dame und er ſich bewegten.

Und als er weder einen Schritt noch ſonſt irgend ein Geräuſch von dort her vernommen, verdoppelte er ſeine Geſchwindigkeit. Bald hatte er, immer abſeiten des Weges hinter den Büſchen bleibend, die langſam den Pfad Hinanſteigende, um ein Beträchtliches über⸗ holt; er befand ſich jetzt auf der Höhe, zu der die Dame noch hinan mußte. Und nun trat er auf den Pfad hin⸗ aus, der an dieſer Stelle ſich vor einer kleinen, mit Ge⸗ büſch unterwachſenen Baumgruppe theilte, und deſſen ſo gebildete Arme hinter derſelben wieder in einen Weg zuſammenliefen. 1

Der aus dem Schatten des Gehölzes hervorge⸗ tretene Mann blieb einige Sekunden mitten auf dem Pfade ſtehen, und prüfte die Stelle mit fieberhaftem Blick. Er durfte nicht befürchten, von der emporſteigen⸗ den Dame, deren Schritt er deutlich vernahm, geſehen zu werden, denn eine Krümmung des Weges verhin⸗ derte dies.

Das matte Abendlicht fiel auf die Geſtalt des Mannes.

Er war ein elegant gekleideter, langer und magerer Herr, der etwa fünfundvierzig Jahre zählen mochte. Dunkle, unheimlich funkelnde Augen und eine kühn ge⸗