Teil eines Werkes 
4. Theil, Auswahl kleiner Erzählungen : 2. Theil (1820)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

274

Beiſpiel ſtolz darauf, ein Haͤuflein guter, liebe⸗ voller Kinder und eine Frau, deren geſunder, unverdorbener Verſtand, und deren liebenswuͤrdige Eigenſchaften das Gluͤck meines Lebens ausmachen, in einer vollkommnen Unabhaͤngigkeit erhalten zu koͤnnen. Hier erroͤthete Frau Germaine doch ein wenig, und wandte ihr Geſicht ab, um zu ver⸗ bergen, wie ſehr dieſe Worte ſie getroffen hatten. Wilhelm that es zwar leid, ihr wehe gethan zu haben, doch ſah er ein, daß der einzige Weg, ſich ihr verſtaͤndlich zu machen, darin beſtaͤnde, jene wahrhafte Ueberlegenheit des Charakters zu zeigen und zu behaupten, welcher faſt immer der eingebildete Duͤnkel des Ranges oder e. Mode das Feld raͤumen muß.

Es ſteht uͤbrigens bei ihnen, fuhr er nach einer Pauſe fort,meine Anerbiethungen und Handlungen ganz nach ihrem Gefallen auszulegen; doch werden ſie bei kaltem Blute nicht umhin koͤnnen, zu bemerken, daß weder ich noch meine Familie jemals etwas von ihnen zu erwarten ha⸗ ben, nicht einmal eine gnaͤdige Verbeugung an oͤffentlichen Orten, denn dieſe beſuchen wir nicht.

44⁴