Teil eines Werkes 
4. Theil, Auswahl kleiner Erzählungen : 2. Theil (1820)
Entstehung
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ben, als dich unausbleiblich ins Verderben zu ſtuͤrzen?“—

Karl ſchwieg einige Minuten, dann end⸗ lich hub er nicht ohne ſichtliche Verwirrung an: „Um die Wahrheit zu geſtehen, lieber Wilhelm, befinde ich mich gegenwaͤrtig in Umſtaͤnden, welche ich ſorgfaͤltig ſowohl vor dem Ohr meiner Frau, als vor dem ihrer verwuͤnſchten, hochmuͤthigen Verwandten geheim zu halten ſtreben moͤchte; denn wenn dieſe einmal davon benachrichtigt ſind, habe ich zeitlebens keinen Frieden wieder.— Was indeß den Frieden anbetrifft, habe ich frei⸗ lich nicht Urſache, mich deſſen uͤberhaupt zu ruͤh⸗ men;— doch koͤnnte es noch ſchlimmer werden, wenn man die eigentliche Lage der Dinge erfuͤh⸗ re.— Dir indeß darf ich ſie anvertrauen, ob⸗ gleich du vielleicht, nach deiner Art zu denken, es unerhoͤrt finden wirſt; doch biſt du ſo gut, ſo nachſichtig“——— 6

Wilhelm horchte auf, ohne zu begrei⸗ fen, wohin dieſe lange Vorrede fuͤhren ſolle.—

„Erſtlich weißt du,“ fuhr Karl fort,„daß meine Frau faſt zehn Jahr aͤlter iſt als ich.“—

„Fruͤher, duͤnkt mich, ſagteſt du ſechs Jahr.—

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