Teil eines Werkes 
4. Theil, Auswahl kleiner Erzählungen : 2. Theil (1820)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— ͦ— ꝗ ¾

26

Zeugen ſind nichts, Herr, ſind keineswegs guͤl⸗ tig, falls ihr keine gerichtlich unterzeichneten Pa⸗ piere aufzuweiſen habt.“

„Das habe ich freilich nicht; hielt aber meines lieben Gutsherrn Wort eben ſo guͤltig als ſeine Unterſchrift und ſein Siegel.“

„Ja,“ fiel Franz ein,„ich war dabei, wie ihr ihm das ſagtet, und der gute Herr ver⸗ ſprach, es euch ſchriftlich zuzuſtellen, indem er hinzufuͤgte: unter ehrlichen Leuten iſt das Wort hinlaͤnglich; aber wer weiß, wie lange ich lebe, und wie mein Nachfolger daruͤber denkt. Nun rühmte er euch, weil ihr die Pachtung ſo ſehr verbeſſert hattet, und wollte ſich eben niederſetzen, um zu ſchreiben, als Geſellſchaft hereintrat. Am folgenden Morgen reiſte er ſchnell vom Gute ab, und ich glaube gewiß, er iſt in der Meinung ge⸗ weſen, uns die noͤthigen Papiere ausgeliefert zu haben.“—

„Das alles beweiſt nichts,“ ſagte der Fremde in hoͤchſt gleichguͤltigem Tone;„ als Anwalt bin ich nur beſugt, die Auftraͤge meines Elienten auszurichten. Wenn wir Brief und Siegel ſehen, iſt es eine andere Sache. Gott