Teil eines Werkes 
3. Theil, Auswahl kleiner Erzählungen : 1. Theil (1820)
Entstehung
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die mir die Ruhe meines Lebens rauben koͤnnte. Euch, der ihr mich mit ſo viel Vertrauen behau⸗ delt, will ich ein Geheimniß nicht laͤnger verber⸗ gen, das ich lange in meiner Bruſt getragen habe. Schon erblickte ich das liebliche Antlitz eu⸗ rer Fatima; aber ich weiß nur zu gut, daß ſie nicht mir, ſondern einem Gluͤcklichern beſtimmt iſt, und ich darf es nicht wiederſehen.

5 amat Zade ſchien erfreut uͤber die Of⸗ fenheit, mit welcher ich mich gegen ihn erklaͤrte, wollte indeß den Gedanken nicht aufgeben, daß ich mit ihm ein Zuſchauer des Tulpenfeſtes ſein ſollte, und ich meiner Seits durfte mich einem zweiten Anblick der reizenden Fatima nicht ausſetzen. Er gebrauchte alle Kuͤnſte der Ueber⸗ redung, um mich in meinem Entſchluſſe wankend zu machen, verſuchte dann es von der laͤcherlichen Seite zu nehmen, und als alles fehlſchlug, ſagte er aͤrgerlich:Geht Saladin, ich bin gewiß, ihr betriegt mich; ihr liebt ein anderes Weib, wollt es vor mir verbergen, und moͤchtet mich gern uͤberreden, eure abſchlaͤgige Antwort ſei Folge eurer ſo oft geruͤhmten Klugheit, da es eigentlich nichts als Gleichguͤltigkeit und Verachtung iſt. Warum ſagt ihr mir nicht lieber die Wahrheit,