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ſondern ließ die Kiſte aus meinem Hauſe abholen, worauf ich lange Zeit nichts weiter von ihm hoͤr⸗ te. Als ich aber eines Tages bei Damat Za⸗ de war, ſah ich denſelben Inden eilig bei mir auf dem Hofe vorbeilaufen, als wenn er meinen Anblick vermeiden wolle.„Freund,“ ſagte ich zum Nachbar,„zeihet mich nicht der Neugierde, wenn ich euch frage, was ihr mit dieſem Men⸗ ſchen zu thun habt?“—.
„Er hat es uͤber ſich genommen, mich mit Kleidungsſtuͤcken fuͤr meine Sclaven zu verſehen,“ erwiederte mein Freund,„und wohlfeiler als ich ſie irgend wo anders bekommen kann. Ich will meine Tochter Fatima an ihrem Geburtstage mit einem Feſte im Garten uͤberraſchen, und alle ihre Sclavinnen ſollen dabei in neuer Tracht er⸗ ſcheinen.“—
„Ich unterbrach meinen Freund, und erzaͤhlte ihm alles, was ich von dem Juden und ſeiner Kiſte wußte. Der Kaufmann ſchauderte bei dem Gedanken, eine ſo fuͤrchterliche Seuche uͤber ſich und ſeine Vaterſtadt zu verbreiten, wollte nichts mehr von dem Handel wiſſen, ſondern ſandte ſo⸗ gleich einen genauen Bericht aller Umſtaͤnde zum Cadi, um dort die Sache naͤher unterſuchen zu


