6
ehrte, und diejenigen, welche Preiſe erhalten hatren, Sr. Majeſtaͤt vorgeſtellt waren.—
Welch ein wichtiger Schritt haͤtte das zu meinem
kuͤnftigen Ruhme ſein können!— Dies em⸗ pfand mein Vater ſchmerzlich, warf ſich vielleicht ſeine eigene Befoͤrderung meiner geniemaͤßigen Tragheit vor, und erſann ein Mittel mich auf einmal von meinem Fehier der Saumſeligkeit zu heilen.
Zu dieſem Endzwecke nahm er von ſeinem Buͤcherborte JNoung's Nachtgedanken, aus denen er ſich einer Zeile erinnerte, welche die Schreib⸗ meiſter oft als Vorſchrift zu benutzen pflegen:
„Aufſchub iſt ein Dieb der Zeit.“
Und nun jagte er mit großer Sorgfalt im ganzen Buche hinter jeder Stelle her, wo er die Worte: Aufſchub, Zeit, Heute, Morgen, angefuͤhrt fand, und machte dann einen ziemlich unzuſammenhaͤngenden Auszug von ſieben langen Seizen: uͤber die Gefahren der Saumſeligkeit.
„Hier, lieber Sohn,“ ſagte er,„iſt etwas das dich auf Zeitlebens von deinem Fehler hei⸗ len wird; du mußt es auswendig lernen, und ehe
——“
3 3
—


