9 der Verfolgung des verfeindeten Goͤnners, als von dem gluͤhenden Verlangen, ſie wie⸗ der zu ſehen. Er pilgerte, in ſtarken Tage⸗ maͤrſchen, dem neuen Wohnplatze ſeiner Hei⸗ ligen entgegen und hatte Heimwald bereits im Ruͤcken, als ein offener Wagen mit zwei Damen an ihm voruͤberflog. Er ſah durch die Gebuͤſche, welche den Fußpfad von der Heerſtraße ſchieden, das wohlbekannte En⸗
gelgeſicht„die Mahlſtatt ſeiner Kuͤſſe“ er
eilte zuruͤck, dem Wagen nach und ſchluͤpfte, bald nach ihr, durch jene Gartenthuͤr, um die willkommene Spur zu verfolgen. Das Schloß umkreiſend, ſah er ſie, ploͤtzlich, im Glanze der wehmuͤthigen Wallung, welche jene Sinnbilder des Leides in dem bedraͤngten Herzen der Jungfrau angeregt hatten, durch das Fenſter— er ſah den eintretenden Ryno, der ihm als ein zudringlicher Frevler, oder Gefahr drohender Nebenbuhler erſchien und


