Teil eines Werkes 
2. Theil (1818)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

163 draͤngte mich ſchweigend nach dem Dunkel eines Waͤldchens hin und ſah freier empor. Ein roſi⸗ ger Anflug uͤbergoß die entfaͤrbten Wangen, ein Strahl von Seelenlicht glomm in den verſtorbe⸗ nen Augen. Das Aha oͤffnete uns jetzt ploͤtzlich die Ausſicht in das reitzende Thal, deſſen Hin⸗ tergrund eine Dorfkirche begrenzte.

„Steinau!“ rief ſie und ſchluchzte laut. Mir wurde bang. Seit dem Ausbruch ihres Ungluͤcks hatte ſie keine Thraͤne vergoſſen. Eine Einſiedelei lag in der Naͤhe. Dahin trug ich die Zitternde, mehr als ich ſie fuͤhrte. Die Thuͤre war offen.— Begrabe mich doch! flehte ſie mit gefalteten Haͤnden. Drei Damen traten, als ich ſie auf die Bank vor dem Eremiten⸗Haus nie⸗ derließ, aus der geoͤffneten Thuͤr. Sie ſchienen beſtuͤrzt, und ein Blick auf die Kranke machte ſie blaß.

Was iſt das? fragte die Schoͤnſte, ich erkann⸗ te Albertinen, des Fuͤrſten edle Tochter in der Fragerin.

Eine Ungluͤckliche, erwiederte ich, deren Zu⸗

4