16²2* Mit funkelnden Augen ſahen mich die beiden Mi⸗ nerven an, naiv genug erwiederte ihre Schuͤle⸗ rin: Uns ſtoͤren Sie nicht! Jetzt trat Amalie ins Zimmer. Ihr An⸗ blick vertilgte ſchnell das Gefuͤhl der Schadenfreu⸗ de uͤber den zweckloſen Unmuth meines Harems, im Herzen. Sie ſetzte ſich ſchweigend neben mich, Thereſe verſtummte. Lange ſah die Ungluͤckliche in ihre Haͤnde, die jetzt gefaltet in den Schooß ſanken und laͤchelte mich an. Es war ein Laͤcheln 1 aus der ſchoͤnen Zeit, wo ſie noch, ein bluͤthen⸗ reicher Baum, im Garten des Lebens ſtand, wo noch Roſen in ihren Locken, Roſen auf ihren Wangen gluͤhten, mich die Hofnung noch aus hellen, harmloſen Blicken anſprach. 4 Es iſt ſo ſchoͤn, ſprach ich, und ſchmeichelte ihr: laß Dich ein wenig von mir ins Freie fuͤh⸗ ren. Bejahend laͤchelte ſie wieder. Meine Frau warf der Kranken gefaͤllig ihren neuen Mantel uͤber, Minna erſchoͤpfte ſich in Beiſtand, ich lei⸗ tete meine Dulderin durch Seiten⸗Gaͤßchen aus dem Thore, in den fuͤrſtlichen Garten. Sie
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