24
Ihr freyes Herz? lispelte dieſe, und ſtrei⸗ chelte voll Zaͤrtlichkeit die Roſenwangen der Fuͤrſtentochter.— Und wenn nun jetzt die al⸗
te, redliche maman eine kuͤhne Frage wagte?
Wenn ſie, wie eine liebende, geliebte Mutter vor die fromme Tochter traͤte, ihr tief in die unſteten Augen ſaͤhe, und ſie auf ihr Gewiſ⸗ ſen fragte— Iſt auch dies Herz noch frey?
Ergluͤhend ſah Auguſte auf den Brillant an ihrem Finger, dann in die forſchenden Au⸗ gen der hochverehrten Fragerinn, und wieder ſchnell in den Buſen nieder, der heftig auf und niederflog.
Ja, wer nun zaubern koͤnnte! fuhr die Graͤfinn fort, und ſchlang ihren Arm ſanft um
Auguſten. Mit einer Krone auf ſeinem Haup⸗
te traͤte dann ein edler, junger Mann— ſo einer, dem nichts als dieſe fehlen mag, vor mein ſuͤßes Herzblatt, und erloͤſte es ſchnell von aller Qual. Schweigend ſank Auguſte an
—y,ͤ—


