Teil eines Werkes 
1. Theil (1818)
Entstehung
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46 Wuͤnſch' ihm Gluͤck, Ulrike! rief Frau von Hallen.

Das waͤre wohl unnuͤtz, meine Mutter!

ßiel dieſe ein, denn alles was ich ihm wuͤn⸗

ſchen koͤnnte und mehr vielleicht als ich ihm wuͤnſchen moͤchte, beſitzt er ſchon.

Liebloſe! ſchalt die Abgerufene; Angelo griff zum Huthe.

Wie unſtet ſind die Gluͤcklichen! ſprach das Fraͤulein, und ſah in ſein leuchtendes Antlitz,

das die ſchoͤne Regung von vorhin mit Roſen⸗

gluth bedeckt hatte.

Ulrike verſcheucht ſie ja! erwiederte er und kehrte zuruͤck. Sie griff betroffen nach einem da⸗ liegenden Taſchenbuche, blaͤtterte und ſagte

Liebe! nichts als Liebe! das gewoͤhnliche Lied. Zerrbilder und Ideale, die hinter einem armſeligen Vorhang ihr Weſen treiben, ſich quaͤlen und vergoͤttern, einander bald das Le⸗ ben retten, bald verkuͤmmern, ſich heirathen⸗