Teil eines Werkes 
1. Theil (1818)
Entstehung
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Auch ihn begleitete die holde Erſcheinung. So wuͤrde Raphael eine Heilige darſtellen, dachte Angelo auf dem Wege zur Frau von Hallen, die eben aus einem Bade zuruͤckge⸗ kehrt war und das ſchnelle Gluͤck ihres Pfle⸗

geſohns nur aus Briefen kannte. Hocherfreut

druͤckte die edle Frau den jungen Freund an ihre Bruſt, und Angelo der in ihr die Ver⸗ traute ſeiner ungekannten Mutter ehrte, in ihr eine zweite Mutter liebte, bedeckte, von Ruͤhrung ergriffen, die theure Wohlthaͤterinn mit Thraͤnen und Kuͤſſen, und ſtrebte jetzt ver⸗ gebens, ihr die Haͤlfte der reichen Erbſchaft aufzudringen; ein Opfer, das ſie ſtandhaft ab⸗ wies. Jetzt trat ihre Tochter dieſelbe, welche in jener Ballnacht Auguſtens Spitzen⸗ mantel zerknittert fand in das Zimmer und ſchlich mit einem ſeltſamen Laͤcheln naͤher.