122 Auguſten hinab und fand die arme, vielgeliebte Schweſter in der Gluth eines heftigen Fiebers. Sie geſtand mir, ſich bereits ſeit mehrern Ta⸗ gen unwohl gefuͤhlt aber des Jubel⸗Feſtes we⸗ gen ihr Uebel⸗Befinden verſchwiegen zu haben. Schon bei dem erſten Tanz ſey ihr ein Schwin⸗ del zugeſtoßen und ſie deshalb nothgedrungen geweſen, jede folgende Einladung abzuweiſen. Vielleicht auch habe die erlittene Angſt und Bangigkeit den Krankheitsſtoff entbunden und gereift, genug, ſie fuͤhle ſich ſehr krank und als eine Verlobte des Todes oder des himmli⸗ ſchen Freundes vielmehr, der ihr aus goldenen Wolken die Hand biete.
Ich nahm ſie liebend, tief erſchuͤttert an mein Herz, wir weinten uns aus; ihre Lippen, ihre Wangen erblichen und ergluͤhten Wechſels⸗ weiſe, ſie redete irr. Da wurden meine Kla⸗ gen zu Gebeten, meine Gebete zu Thraͤnen, ich wuͤnſchte mir, an ihrer Statt, den Tod.


