173
jedoch, aus Unkunde des Werthes und Preiſes, nicht gewachſen fuͤhlte. Er ſprach deshalb bei Ober⸗Amtmanns ein und ging ſein liebes, tief betruͤbtes Muͤhmchen um Rath und Bei⸗ ſtand an. Als ihn Charlotte nun, am zwei⸗ ten Meßtage, mit den eigenhaͤndig gefertig⸗ ten Ueberſchlaͤgen erfreut hatte, mußte er ſie dagegen, im Auftrag der Eltern, bei ihrem Heil beſchwoͤren, dem Quaͤlgeiſt zu entſagen, deſſen Liebe nur ein Gewitterſturm ſei, der ſie fruͤh oder ſpaͤt in das Grab wehen werde. Charlotte weinte, ſtatt der Widerrede, ſie dank⸗ te dem edeln, beredtſamen Freunde mit einem warmen Haͤndedruck, ſie verſchloß ſich dann mit dem Fraͤulein und Chriſtinen und ſchuͤttete das volle und gequaͤlte Herz, am Buſen der Vertrauten aus. Beide beſchworen ſie, gleich dem angenehmen, verſtaͤndigen Vetter, aber unter Kuͤſſen und Thraͤnen, dieſen Feuerbrand in den Lethe zu werfen, das heißt: den Kriegsrath aus dem Heiligthume. Sie ſchrieb ihm unter ihren Augen und begleitete Chriſti⸗


