333
zwar fünf Tage vor der üblichen Zeit, nämlich ſchon am 6. Ok⸗ tober. Statt Ruiſch's und Prouninks wurden Dirk Kanter und Dirk de Goyer zu Bürgermeiſtern erwählt; Schöffenkollegium und Nath wurden gleichfalls großen⸗ theils neu beſetzt, ebenſo die Stellen der Bürgerhauptleute. Nun kehrten auch die Ausgewanderten zurück. Hierauf verordneten die Staaten von Holland, daß ſich mehre ihrer Deputirten mit dem Prinzen Moritz nach Schoonhoven begeben und ſich dort zur Wiederherſtellung der Eintracht zwi⸗ ſchen Holland und Utrecht thätig bemühen ſollten. Auch verſetzten ſee Prounink in Anklageſtand über 31 wichtige Punkte. Trillo und mehre Andre wußten ſich genügend zu rechtfertigen und wurden denn auch bald wieder auf freien Fuß geſtellt. Auch Prounink verſtand es trefflich, ſich zu verthei⸗ digen. Indeſſen war jedoch die Erbitterung gegen ihn von Seiten der Patrioten zu groß, als daß er ſein Leben hätte ret⸗ ten können, wäre nicht Eliſabeth ſelbſt für ihn ins Mittel getreten. Durch ihre Interceſſion, ſowie durch die ihres Sekre⸗ tairs Walſingham und mehrer andrer Engländer wurde Prou⸗ ninks Sache inſoweit verbeſſert, daß er endlich(Juli 1589) bloß aus Utrecht verbannt und zur Bekleidung aller Aemter und Würden im Staate fortan für unfähig erklärt wurde. Seiner neunmonatlichen Haft entledigt, begab ſich dann Prounink eiligſt nach England, wo er ſpäter mehre fruchtloſe Verſuche zu ſeiner Reſtituirung machte. Im Jahre 1590 kehrte er aus England nach Holland zurück, und
zwar mit Briefen Eliſabeths verſehen, welche er den Staa⸗
ten gerne perſönlich übergeben hätte, was man ihm jedoch rund abſchlug. Er brachte den Reſt ſeiner Tage als Privatmann in Holland zu. Noch im Jahre 1601 findet man ſeiner Erwäh⸗ nung gethan; er widmete nämlich damals den Staaten eine in


