dabei ſoviel ein, als der Monarch, in deſſen Haupte der Plan gereift war, der ſechzig Millionen auf die Ausrüſtung verwendet, dem die Unterhaltung der Flotte täglich dreißigtauſend Dukaten gekoſtet hatte! Nicht blos dieſe ungeheuren Summen, die er wie ein verwegener Spieler auf den letzten Wurf geſetzt, waren ihm verloren,(und man be⸗ denke noch dazu, daß er, um ſie aufzubringen, ſeine Finanzquel⸗ len mit der größten Anſtrengung erſchöpft hatte) ſondern auch der Schrecken aller Fürſten und Völker vor ſeiner Macht war dahin. Man hatte vor Philipp bisher wie vor einem Halbgott gezittert, und nun erkannte man in ihm den Menſchen, welchen Gott aufs Tiefſte gedemüthigt.
Als Menſch, als Katholik benahm ſich Philipp II. je⸗ doch wahrhaft groß, als er die Nachricht von der Zertrümme⸗ rung ſeiner kühnſten Hoffnungen vernahm. Man zitterte am Hofe, ſie ihm mitzutheilen; ſchonend wollte ihn der Graf von Caſtel⸗Rodrigo, welcher damit beauftragt war, erſt allmäh⸗ lig vorbereiten, das Ungeheure anhören und ertragen zu können. Philipp II. verlangte alle Details zu wiſſen und vernahm das Ganze mit jener ſtolzen Selbſtbeherrſchung, die hm ſo eigen war.„Ich habe die Armada gegen Menſchen aus⸗ geſendet, nicht gegen Stürme und Meereslaunen,“*) waren ſeine erhabenen Worte, welche in Spanien bald von Mund zu Mund gingen. In dieſem oder in keinem andern Zuge erkennt man die Kraft ſeiner religiöſen Ueberzeugung. Aber auch in den vereinigten Niederlanden fühlte man tief ergriffen in der außerordentlichen Kataſtrophe das Walten einer hö⸗ heren Macht. Dies religiöſe Gefühl ſprach ſich in zahlreichen
*)„No embiè yo la armada contra los vientos y fortuna de la mar, sino
contra los hombres.“ Porrenno(dichos y hechos del sennor rey Don Felipe segundo) f. 25.


