meiſte Geneigtheit zu einer Unterhandlung mit Farneſe, und ſtimmte zugleich für die zwei anderen Landſchaften den Ton an. Die Verhandlungen zwiſchen den Generalſtaaten und den wal⸗ loniſchen Landſchaften drehten ſich nun beſtimmter um die Aus⸗ ſöhnung mit Spanien. Aber in Bezug auf die Grund⸗ lagen waren die Anſichten Beider weſentlich verſchieden. Die Wallonen drangen bloß auf die Genter Pacifikation, die Brüſſler Union und das ewige Edikt; die General⸗ ſtaaten beharrten außerdem auch auf dem Religionsfrie⸗ den. Hier war keine Ausſicht zu einem Verſtändniſſe. Die Malkontenten warfen plötzlich die Entſcheidung dazwiſchen. Schon waren zwei Häupter derſelben, nämlich der Burg⸗ graf von Gent und der Herr von Kapres, auf Far⸗ neſes Seite getreten. Am 5. April ergab ſich St. Omer dem Herrn von La Motte, der ſich ſchon früher mit dem König ver⸗ ſöhnt hatte und ſeit der Zeit im Stillen für das ſpaniſche In⸗ tereſſe wirkte. Die Generalſtaaten erklärten ihn deßhalb, durch ein Plakat vom 9. März, für einen Verräther; das betreffende Plakat trug, wunderlich genug, noch immer den Namen des Königs an der Stirne. Nun traten plötzlich Montigny, Selles, Heze und noch mehre andre Häupter der Malkon⸗ tenten mit ihrem ganzen Heere zur königlichen Parthei über, auf die Grundlage der Genter Pacifikation, der Brüſſler Union und des ewigen Edikts; es konnte nicht fehlen, daß unmittelbar darauf offene Kriegsbewegungen zwiſchen den Generalſtaaten und den mit den Wallonen vereinigten Malkontenten ihren Anfang nahmen. Während deſſen blieben die Verhandlungen der Wal⸗ lonen mit Farneſe unausgeſetzt im Gange; und am 17. Mai 1579 unterzeichnete der Graf von Lalaing, Statthalter von Hennegau,(ſein Bruder Montigny, Mansfeld und Arem⸗ berg hatten ſeinen Beitritt zum Verband der Wallonen bewirkt)
Teil eines Werkes
2. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 2. Band (1841) Von dem Abschluß der Utrechter Union bis zur Vernichtung der spanischen Armada : 1579-1588 / fortgesetzt von Eduard Duller
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