342 unbemerkbar im Hintergrunde; dennoch läßt ſich— unter allen Stürmen der Partheileidenſchaften— der Odem ſeines Geiſtes fühlen.
Anjou hatte, nach den vorhergepflogenen Verhandlungen dreitauſend Soldaten an die Grenzen von Hennegau ge⸗ ſandt, welche durch die Spanier unter Ottavio Gonzaga zerſprengt wurden. Bald darauf, nämlich ſchon im Juni 1578, war er ſelbſt nach Mons gekommen und hatte Bevollmächtigte nach Antwerpen geſchickt, um die Bedingungen ins Reine zu bringen, unter welchen er als Beſchützer der Niederlande auftreten könne. Die Königin von Eng land war darüber auf's Neue in hohem Grade mißvergnügt und verhehlte ihre Geſinnungen weder Anjous Bruder, dem König von Frankreich, noch den Niederlanden. Trotz aller Gegenintriguen gelang es jedoch dem Herzog von Anjou,— vornämlich durch die thä⸗ tige Theilnahme der Wallonen, welche in ihm ein Gegenge⸗ wicht wider den proteſtantiſchen Pfalzgrafen erhalten wollten,— am 13. Auguſt einen Vertrag abzuſchließen, welchen er am 20. zu Mons unterzeichnete. Er wurde darin als„Be⸗ ſchützer der niederländiſchen Freiheit“ anerkannt;— ein ſtolzer Titel für dieſen Prinzen, welcher weniger Stolz als Eitelkeit und, gelind geſprochen, jedenfalls zu wenig Charakter beſaß, um einen ſolchen Titel zu verdienen. Er verpflichtete ſich,
den Staaten auf ſeine Koſten mit 10,000 Mann zu Fuß und
2000 zu Roß, drei Monate lang zu dienen, und ſpäterhin, für die ganze Dauer des Krieges, mit 3000 Mann zu Fuß und
500 zu Roß. Er mußte ſich dabei gefallen laſſen, daß man ſich
auch mit dem König Heinrich von Navarra, der Königin Eli⸗ ſabeth und dem Pfalzgrafen Johann Kaſimir in Verbindung zu ſetzen trachten würde. Zu ſeiner Verſicherung ſollten ihm Ques⸗ noi, Landrecis und Bapaume eingeräumt werden, die er jedoch


