Voll ſtolzer Freude hatte Alba den Niederlanden ſeine glück⸗ liche Beendigung des Feldzuges angezeigt. Ebenſo meldete er ihn dem König von Spanien und anderen Monarchen. Aber ſein Stolz verlangte noch eine andere, mehr genügende Befrie⸗ digung. Er hielt einen feierlichen Triumpheinzug in Brüſſel; allenthalben wurden auf ſeinen Befehl prachtvolle Umgänge ge⸗ halten; das Volk mußte ſeine Freude an den Tag legen, ob auch die Herzen bluteten. Papſt Pius v. ſandte ihm, dem glorreichen Vorfechter der römiſch⸗katholiſchen Kirche, dem Ver⸗ tilger der Ketzer, einen geweihten koſtbaren Degen und einen geweihten, mit Edelſteinen beſetzten Hut. Die Uebergabe dieſes Geſchenkes, welches ein Legat dem Herzog von Alba brachte, wurde durch religiöſen Pomp und ſtattliche Ritterſpiele gefeiert; auch das Volk, deſſen Unterdrückung durch alle dieſe Feſte pra⸗ leriſch zur Schau geſtellt wurde, miſchte ſeine Stimme in den Jubel der Spanier, aber auf ſeine eigene Weiſe,— ein derbes Pasquill, in welchem der Papſt und Alba verhöhnt wurden,*) verkündigten an allen Straßenecken Brüſſels den Grimm des Volkes. Aus dem bei Jemmingen eroberten Geſchütze ließ der übermüthige Sieger durch Meiſter Jakob Jonkelink ſein Standbild gießen, und, zu ewigem Gedächtniß wurde es in der
*)„Den Paus send Duc d'Alf een gulden swaert Om de geusen te maken vervaert, Ja om de bloedgierigen tyran Daermede sou ombrengen wyf en man, Die God vresen en dienen van herten fyn, En om de religie dolen en in smerten syn, Dees benedictie is tot Brussel gekomen Van den helschen Vader, den Paus van Romen. So send den Beul tot den Beul fenynig Den rover tot den rover grynig, En den dief totten dief syn schone gaven, Om dat hy d'aerde met bloed soude laven(Bor V. B. F. 195.)


