Teil eines Werkes 
1. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 1. Band (1841) Von der Ankunft Alba's in den Niederlanden bis zum Tode Don Juan's von Oesterreich : 1567-1578 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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Deßhalb verſchanzte er denn ſein Heer bei Maaſtricht, am linken Ufer der Maas. Er hielt es für unmöglich, daß Oranien unter den vorhandenen Umſtänden einen Uebergang über dieſen Strom bewerkſtelligen könne; hatte doch die Stadt Lüttich dem⸗ ſelben den Uebergang über ihre Brücke verwehrt und beſaß Ora⸗ nien doch, um eine Schiffbrücke ſchlagen zu können, weder Fahr⸗ zeuge, noch ſonſtige dazu nöthige Geräthſchaften, hatte doch endlich Alba zur äußerſten Vorſorge in die ſeichteren Stellen der Maas Fußangeln legen laſſen, um den Durchgang zu verhindern. Doch alles dieſes ſchreckte den Prinzen von Oranien nicht ab. Man hatte bei Stochem, zwiſchen Maaſtricht und Ruremonde, eine Fuhrt gefunden. Da ſtellte Oranien am 7. October des Abends, einige Rotten ſeiner Reiterei mitten im Fluße auf, um deſſen Strömung zu dämmen, und führte hierauf, Angeſichts des feindlichen Heeres, kühn ſeine ganze Truppenmacht mit Gepäck und Geſchütz durch den Strom. Jetzt ein raſcher Angriff auf die Feinde, und ein entſcheidender Sieg war ſein! Oranien verſäumte jedoch den günſtigen Augenblick aus Vorſicht und Menſchlichkeit; denn er wollte ſeinen Soldaten nach jener An⸗ ſtrengung eine kurze Ruhe während der Nacht gönnen. Am an⸗ dern Morgen bot er dem Herzog von Alba die Schlacht an. Die⸗ ſer hatte die Nachricht von dem Maasübergange anfangs nicht für wahr gehalten, und den Grafen Barlaimont, welcher ſie ihm brachte, erwiedert:„Glaubt Ihr denn, die Feinde ſind Vögel, daß ſie über die Maas fliegen konnten?“ Als nun die Feld⸗ muſik Oraniens dem ſpaniſchen Heere näher und näher ſcholl, rieth Chiappin Vitelli, heftig drängend, die Schlacht anzuneh⸗ men; n„noch ſeien“, führte er als Beweggrund an,„die Feinde müde und durchnäßt; mit leichter Mühe könne man ſie jetzt bezwingen.“ Alba beharrte jedoch unerſchütterlich auf dem wohlüberlegten Plane, welchen er einmal gefaßt hatte.