Teil eines Werkes 
1. SupplementbandGeschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande : 1. Band (1841) Von der Ankunft Alba's in den Niederlanden bis zum Tode Don Juan's von Oesterreich : 1567-1578 / fortgesetzt von Eduard Duller
Entstehung
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genblicke:„Nicht wegen Verraths, nein, für ächte Treue gegen den König, für des Landes Freiheit geh' ich in den Tod. Das Urtheil der Nachkommen wird mich rechtfertigen.“

Doch hiermit war Alba's Werk noch nicht vollendet. Am 3. Juni ließ er die gefangenen Grafen von Egmont und Hoorn unter einer Bedeckung von zweitauſend ſpaniſchen Sol⸗ daten von Gent, wo ſie nun ſeit 9 Monaten gefangen gehalten worden waren, nach Brüſſel bringen. Längſt lag ihr Schickſal in Alba's Bruſt beſchloſſen; jetzt wollte er von jenen offnen Blankets mit der königlichen Unterſchrift Gebrauch machen, die ihm Philipp II. mitgegeben hatte. Der gegen beide Grafen er⸗ öffnete Prozeß war eine wahre Jronie gegen die Gerechtigkeit.*) Beide leugneten den größten Theil der ihnen zur Laſt gelegten Verbrechen,— rechtfertigten ſich über die andern Anklagepunkte, und beriefen ſich auf die Privilegien des Ordens vom goldenen Vließ, deſſen Ritter ſie waren. Es war umſonſt. Vergeblich blieb auch jede Bitte der Gattin Egmonts, der Mutter Hoorns, ſelbſt der Staaten von Brabant. Nicht das Geſetz,— Alba's

*) Und doch hatte Alba(am 14. Septbr. 1567) an Albrecht den Groß⸗ müthigen, Herzog von Bayern, in Bezug auf die Angelegenheit der beiden Grafen geſchrieben:„Unſers Theils wollen wir mit mögli⸗ chem Fleiß darob halten, damit hierinnen in aller Rechtfertigkeit, wie ſich von Billigkeit wegen eignet, procedirt, und daß ſie ſonſt in allem Andern mit ſolchem Reſpekt tractirt werden, wie ſich ihrer Qualität und Herkommen nach gebührt, inmaßen wir uns dann deſ⸗ ſen in Gegenwärtigkeit der andern Ritter des Ordens von dieſen Landen, unſern Mitbrüdern, die uns derhalb Gezeugen ſein mögen, mündlich weitläuftiger erklärt haben“. Gleichwohl bat Alba, den„Ih⸗ rer Königl. Majeſtät und gemeinen Friedens wiederwärtigen Leuten, die ihrer Art und Eigenſchaft nach dieſe Dinge der Königl. Majeſtät zu höchſtem Nachtheil und Verkleinerung ausbreiten und Ihre Kö⸗ nigl. Majeſtät dadurch verunglimpfen, keinen Beifall noch Glauben zu geben.“ Die Stimme des Gewiſſens!(Vergl. dieſen Brief in der „freien Preſſe“ 1840 Nr. 4.)