dieſem Edikt als der„Urheber und eifrigſte Beför⸗ derer der Rebellion“ bezeichnet und insbeſondere beſchul⸗ digt, daß er„die Edlen zu allen von ihnen unternommenen Maßregeln verleitet, daß er ihnen zu ihren Zuſammenkünften ſeine Häuſer in Breda und Brüſſel hergegeben, daß er Brede⸗ rode mit Geſchütz verſehen, daß er mehren Orten verboten, ſpaniſche Truppen als Beſatzungen aufzunehmen, daß er zu Antwerpen, wohin er zur Stillung der Unruhen geſchickt worden ſei, die Erbauung proteſtantiſcher Kirchen zugelaſſen habe u. ſ. w.“ So tief war auf ſpaniſcher Seite die Meinung begründet, wel⸗ cher Granvella bei der Nachricht von der Gefangennehmung der Grafen von Egmont und Hoorn durch die bedeutungsvollen Worte:„Wenn ihr nicht auch den Schweigſamen gefangen habt, ſo habt ihr nichts“, das Siegel auf⸗ zudrücken ſchien,— die Meinung nämlich, daß der Prinz von Oranien der Urheber, ſowie das Haupt und die Seele des Aufſtandes ſei und daß der Letztere mit leichter Mühe unter⸗ drückt werden könne, wenn dies Haupt gefallen ſei, wenn man den Körper der Seele beraubt habe. Dieſe Meinung befeſtigte ſich in Spanien von Jahr zu Jahr mehr, und es bedurfte ſpä⸗ ter ſogar eines— für den König freilich erfolgloſen— Verbrechens, um dieſelbe zu widerlegen. Wie feſt ſie aber ſchon damals eingewurzelt war, beweiſt der Umſtand, daß man unter den Anklagepunkten der übrigen vorgeladenen Edlen als einen beſonderen den hervorhob,„daß ſie dem Prinzen von Oranien und ſeinen verwegenen Entwürfen mit aller Macht angehangen, und deſſelben Rathſchläge gebilligt hätten, um die Unruhen in den Niederlanden zu fördern.“
Alba war nicht der Mann, etwas halb zu thun. Er konnte voraus ſehen, daß der Prinz, deſſen Klugheit bekannt war, ſich auf die Vorladung nicht ſtellen würde; deßhalb ſuchte er


