7
wie wir ſie in den meiſten Städten der Niederlande finden, ſollte die Entnationaliſirung mächtig gefördert, dagegen der materielle Wohlſtand, durch Begünſtigung des Handels, zur lockenden Verſöhnung, möglichſt gehoben werden. Den Schlußring der Kette ſollte die Kriegsgewalt bilden. Zu dieſem Zwecke dienten Entwaffnung der Eingebornen, Anlegung von Citadellen, Abführung des Geſchützes und Kriegsbedarfes aus den Städten in königliche Magazine, und Verſicherung des Kanals durch eine Flotte von 30 Kriegsſchiffen ſowohl in Kriegs⸗ als auch in Friedenszeiten. Man ſieht: Philipp dachte weniger an die Beruhigung der Niederlande, weniger an die Wiederher⸗ ſtellung jenes Zuſtandes, in welchem ſie ſich vor den Unru⸗ hen befunden hatten, als vielmehr an die gänzliche Vernich⸗ tung dieſes Zuſtandes und an die Einführung eines neuen. Er wollte jene Unruhen bloß als einen Vorwand benutzen, unter welchem er ſein Attentat gegen die Selbſtſtändigkeit und Nationalität jeder einzelnen Provinz ausüben konnte.
So provozirte er denn jetzt erſt den Abfall, und die Folge davon war, daß die gemeinſame Gefahr nun wirklich eine engere Annäherung der Provinzen zu einander erzeugte, wiewohl freilich von einer ganz andern Art, als er beabſichtigt hatte. Wir können uns, bevor wir die weitere Entwickelung dieſer Verhältniſſe beginnen, nicht enthalten, hier die Wendung, welche die Revolution nehmen wird, in wenigen Strichen anzudeuten. In jenen geſegneten füdlichen Landſtrichen, welche man unter dem Kollektivnamen:„Flandern“ begriff, zeigt ſich der erſte Widerſtand der Freiheit und Nationalität gegen die ſpaniſche Politik. So wie das Attentat Philipps ſich in ſeinem ganzen Umfange deutlicher zu erkennen gibt, wird der Widerſtand plötzlich zur Bewegung, und dieſe letztere pflanzt


