Teil eines Werkes 
3. Theil (1822)
Entstehung
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Im obern Stocke unſerer Wohnung waltete Herr Sellow, ein Gegenſtand fuͤr den weiblichen Antheil. Emilie ließ der edeln Geſtalt, dem annehmlichen Weſen, der ge⸗ winnenden Milde des jungen Mahlers faſt mehr, als die noͤthige Gerechtigkeit widerfah⸗ ren, ich fuͤr mein Theil fand mich durch ſei⸗ ne auszeichnende Guͤte geſchmeichelt und ver⸗ pflichtet; doch unſer Hauptmann, ſchien weit entfernt, ſich wie wir, von dieſem Haus⸗ Genoſſen angezogen oder erheitert zu fuͤhlen. Er wollte, nach der Maͤnner Weiſe, unſer Genius ſeyn und keine Mittelmacht in ſeiner

Schoͤpfung dulden. Ihm war Herr Sellow

bald ein kindiſcher Geck und zudringlicher Geſell', bald ein geſchmeidiger Egoiſt, der uns fuͤr ſehnſuͤchtige Witwen, ihn fuͤr einen taͤuſchbaren Thoren anſah und der Unfriede kehrte ein, ſo oft wir, gekraͤnkt von dieſem Vorurtheile, die gute Sache unſers reinſten Verehrers in Schutz nahmen,