Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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mithin Nachahmung menſchlicher Natur. In der That be⸗ trachten wir auch jede maleriſche und poetiſche Compoſition als eine Art von muſikaliſchem Werk und unterwerfen ſie zum Theil denſelben Geſetzen. Wir fordern auch von Farben eine Harmonie und einen Ton und gewiſſermaßen auch eine Mo⸗ dulation. Wir unterſcheiden in jeder Dichtung die Gedanken⸗ einheit von der Empfindungseinheit, die muſikaliſche Haltung von der logiſchen, kurz, wir verlangen, daß jede poetiſche Compoſition neben Dem, was ihr Inhalt ausdruckt, zugleich durch ihre Form Nachahmung und Ausdruck von Empfindun⸗ gen ſey und als Muſik auf uns wirke. Von dem Landſchaft⸗ maler und Landſchaftdichter verlangen wir Dies in noch höherm Grade und mit deutlicherm Bewußtſeyn, weil wir von unſern übrigen Anforderungen an Producte der ſchönen Kunſt bei Beiden etwas herunter laſſen müſſen.

Nun beſteht aber der ganze Effect der Muſik(als ſchöner und nicht bloß angenehmer Kunſt) darin, die innern Bewe⸗ gungen des Gemüths durch analogiſche aͤußere zu begleiten und zu verſinnlichen. Da nun jene innern Bewegungen(als menſchliche Natur) nach ſtrengen Geſetzen der Nothwendigkeit vor ſich gehen, ſo geht dieſe Nothwendigkeit und Beſtimmtheit auch auf die äußern Bewegungen, wodurch ſie ausgedrückt werden, über; und auf dieſe Art wird es begreiflich, wie vermittelſt jenes ſymboliſchen Akts die gemeinen Naturpha⸗ nomene des Schalles und des Lichts von der aͤſthetiſchen Würde der Menſchennatur participiren können. Dringt nun der Tonſetzer und der Landſchaftmaler in das Geheimniß jener Geſetze ein, welche über die innern Bewegungen des menſch⸗ lichen Herzen walten, und ſtudirt er die Analogie, welche zwiſchen dieſen Gemüthsbewegungen und gewiſſen äaußern Erſcheinungen Statt findet, ſo wird er aus einem Bildner