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in den Erſcheinungen, nicht bloß auf ein ſubjectives und willkürliches Gedankenſpiel gruͤnden. An dieſe objective Ver⸗ knüpfung in den Erſcheinungen hält ſich alſo der Dichter, und nur, wenn er von ſeinem Stoffe Alles ſorgfältig abge⸗ ſondert hat, was bloß aus ſubjectiven und zufälligen Quellen hinzugekommen iſt, nur, wenn er gewiß iſt, daß er ſich an das reine Object gehalten und ſich ſelbſt zuvor dem Geſetz unterworfen habe, nach welchem die Einbildungskraft in allen Subjecten ſich richtet, nur dann kann er verſichert ſeyn, daß die Imagination aller Andern in ihrer Freiheit mit dem Gang, den er ihr vorſchreibt, zuſammenſtimmen werde. Aber er will die Einbildungskraft nur deßwegen in ein beſtimmtes Spiel verſetzen, um beſtimmt auf das Herz zu wirken. So ſchwer ſchon die erſte Aufgabe ſeyn mochte, das Spiel der Imagination unbeſchadet ihrer Freiheit zu beſtimmen, ſo ſchwer iſt die zweite, durch dieſes Spiel der Imagination den Empfindungszuſtand des Subjects zu beſtimmen. Es iſt bekannt, daß verſchiedene Menſchen bei der nämlichen Ver⸗ anlaſſung, ja, daß derſelbe Menſch in verſchiedenen Zeiten von derſelben Sache ganz verſchieden gerührt werden kann. Ungeachtet dieſer Abhaͤngigkeit unſerer Empfindungen von zufaͤlligen Einflüſſen, die außer ſeiner Gewalt ſind, muß der Dichter unſern Empfindungszuſtand beſtimmen: er muß alſo auf die Bedingungen wirken, unter welchen eine beſtimmte Rührung des Gemüths nothwendig erfolgen muß. Nun iſt aber in den Beſchaffenheiten eines Subjects nichts nothwendig, als der Charakter der Gattung: der Dichter kann alſo nur inſofern unſere Empfindungen beſtimmen, als er ſie der Gattung in uns, nicht unſerm ſpecifiſch verſchiedenen Selbſt, abfordert. Um aber verſichert zu ſeyn, daß er ſich auch wirk⸗ lich an die reine Gattung in den Individuen wende, muß


