Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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zur That. Aber befragte er ſich auch, ob dieſe Unordnungen in der moraliſchen Welt ſeine Vernunft beleidigen oder nicht vielmehr ſeine Selbſtliebe ſchmerzen? Weiß er es noch nicht, ſo wird er es an dem Eifer erkennen, womit er auf be⸗ ſtimmte und beſchleunigte Wirkungen dringt. Der reine moraliſche Trieb iſt aufs Unbedingte gerichtet, für ihn gibt es keine Zeit, und die Zukunft wird ihm zur Gegenwart, ſobald ſie ſich aus der Gegenwart nothwendig entwickeln muß. Vor einer Vernunft ohne Schranken iſt die Richtung zugleich die Vollendung, und der Weg iſt zurückgelegt, ſobald er ein⸗ geſchlagen iſt.

Gib alſo, werde ich dem jungen Freund der Wahrheit und Schoͤnheit zur Antwort geben, der von mir wiſſen will, wie er dem edeln Trieb in ſeiner Bruſt, bei allem Wider⸗ ſtande des Jahrhunderts, Genuͤge zu thun habe, gib der Welt, auf die du wirkſt, die Richtung zum Guten, ſo wird der ruhige Rhythmus der Zeit die Entwicklung bringen. Dieſe Richtung haſt du ihr gegeben, wenn du, lehrend, ihre Gedanken zum Nothwendigen und Ewigen erhebſt, wenn du, handelnd oder bildend, das Nothwendige und Ewige in einen Gegenſtand ihrer Triebe verwandelſt. Fallen wird das Ge⸗ bäude des Wahns und der Willkürlichkeit, fallen muß es, es iſt ſchon gefallen, ſobald du gewiß biſt, daß es ſich neigt; aber in dem innern, nicht bloß in dem außern Menſchen muß es ſich neigen. In der ſchamhaften Stille deines Ge⸗ muths erziehe die ſiegende Wahrheit, ſtelle ſie aus dir heraus in der Schönheit, daß nicht bloß der Gedanke ihr huldige, ſondern auch der Sinn ihre Erſcheinung liebend er⸗ greife. Und, damit es dir nicht begegne, von der Wirklich⸗ keit das Muſter zu empfangen, das du ihr geben ſollſt, ſo wage dich nicht eher in ihre bedenkliche Geſellſchaft, bis du