Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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ſolchen Staatsveranderung ſo lange für unzeitig und jede darauf gegrundete Hoffnung ſo lange für chimariſch erklären, bis die Trennung in dem innern Menſchen wieder aufgehoben, und ſeine Natur vollſtändig genug entwickelt iſt, um ſelbſt die Kuͤnſtlerin zu ſeyn und der politiſchen Schoͤpfung der Vernunft ihre Realität zu verbürgen.

Die Natur zeichnet uns in ihrer phpſiſchen Schöpfung den Weg vor, den man in der moraliſchen zu wandeln hat. Nicht eher, als bis der Kampf elementariſcher Kräfte in den niedrigern Organnſationen beſanfrigt iſt, erhebt ſie ſich zu der edeln Bildung des phyſtſchen Menſchen. Eben ſo muß der Elementenſtreit in dem ethiſchen Menſchen, der Conflict blinder Triebe fürs Erſte beruhigt ſeyn, und die grobe Ent⸗ gegenſetzung muß in ihm aufgehört haben, ehe man es wagen darf, die Mannigfaltigkeit zu begunſtigen. Auf der andern Seite muß die Selbſtſtändigkeit ſeines Charakters geſichert ſeyn, und die Unterwuͤrfigkeit unter fremde deſpotiſche Formen einer anſtändigen Freiheit Platz gemacht haben, ehe man die Mannigfaltigkeit in ihm der Einheit des Ideals unterwerfen darf. Wo der Naturmenſch ſeine Willkür noch ſo geſetzlos mißbraucht, da darf man ihm ſeine Freiheit kaum zeigen; wo der künſtliche Menſch ſeine Freiheit noch ſo wenig ge⸗ braucht, da darf man ihm ſeine Willkür nicht nehmen. Das Geſchenk liberaler Grundfätze wird Verrätherei an dem Gan⸗ zen, wenn es ſich zu einer noch gährenden Kraft geſellt und einer ſchon uͤbermaͤchtigen Natur Verſtaͤrkung zuſendet; das Geſetz der Uebereinſtimmung wird Tyrannei gegen das In⸗ dividuum, wenn es ſich mit einer ſchon herrſchenden Schwache und phyſtſchen Beſchränkung verknüpft und ſo den letzten glimmenden Funken von Selbſtthätigkeit und Eigenthum auslöſcht.