Teil eines Werkes 
12 Band (1838)
Entstehung
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moraliſchen Geſundheit warten und den freien Wuchs ſeiner Menſchheit entwickeln könnte!

Kann aber wohl der Menſch dazu beſtimmt ſeyn, über irgend einem Zwecke ſich ſelbſt zu verſäumen? Sollte uns die Natur durch ihre Zwecke eine Vollkommenheit rauben können, welche uns die Vernunft durch die ihrigen vorſchreibt? Es muß alſo falſch ſeyn, daß die Ausbildung der einzelnen Kräfte das Opfer ihrer Totalität nothwendig macht; oder, wenn auch das Geſetz der Natur noch ſo ſehr dahinſtrebte, ſo muß es bei uns ſtehen, dieſe Totalität in unſrer Natur, welche die Kunſt zerſtört hat, durch eine höhere Kunſt wieder her⸗ zuſtellen.

Siebenter Brief.

Sollte dieſe Wirkung vielleicht von dem Staat zu erwarten ſeyn? Das iſt nicht möglich: denn der Staat, wie er jetzt beſchaffen iſt, hat das Uebel veranlaßt, und der Staat, wie ihn die Vernunft in der Idee ſich aufgibt, anſtatt dieſe beſſere Menſchheit begründen zu können, mußte ſelbſt erſt darauf gegrüͤndet werden. Und ſo hätten mich denn die bisherigen Unterſuchungen wieder auf den Punkt zurückgeführt, von dem ſie mich eine Zeitlang entfernten. Das jetzige Zeitalter, weit entfernt, uns diejenige Form der Menſchheit aufzuweiſen, welche als nothwendige Bedingung einer moraliſchen Staats⸗ verbeſſerung erkannt worden iſt, zeigt uns vielmehr das directe Gegentheil davon. Sind alſo die von mir aufgeſtell⸗ ten Grundſatze richtig, und beſtatigt die Erfahrung mein Gemälde der Gegenwart, ſo muß man jeden Verſuch einer