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Ueber die äſthetiſehe Erziehung des Menſchen, in einer Reihe von Briefen.*
Erſter Brief.
Sie wollen mir alſo vergönnen, Ihnen die Reſultate meiner Unterſuchungen uber das Schöne und die Kunſt in einer Reihe von Briefen vorzulegen. Lebhaft empfinde ich das Gewicht, aber auch den Reiz und die Würde dieſer Unternehmung. Ich werde von einem Gegenſtande ſprechen, der mit dem beſten Theil unſerer Glückſeligkeit in einer un⸗ mittelbaren und mit dem moraliſchen Adel der menſchlichen Natur in keiner ſehr entfernten Verbindung ſteht. Ich werde die Sache der Schönheit vor einem Herzen führen, das ihre ganze Macht empfindet und ausuͤbt und bei einer Unterſu⸗ chung, wo man eben ſo oft genöthigt iſt, ſich auf Gefühle als auf Grundſäͤtze zu berufen, den ſchwerſten Theil meines Geſchäfts auf ſich nehmen wird.
28 Anmerkung des Herausgevers. Dieſe Briefe wurden an den letztverſtorbenen Herzog von Holſtein⸗Auguſtenburg geſchrieben und zuerſt in den Horen vom Jahr 1795 gedruckt.
Schillers faͤmmtl. Werke. XII. 1


