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dens, an dem wir Theil nehmen ſollen, daß nur Menſchen im vollen Sinne dieſes Worts der Gegenſtand desſelben ſeyn koͤn⸗ nen. Eine reine Intelligenz kann nicht leiden, und ein menſch⸗ liches Subject, das ſich dieſer reinen Intelligenz in ungewoͤhn⸗ lichem Grade naͤhert, kann, weil es in ſeiner ſittlichen Natur einen zu ſchnellen Schutz gegen die Leiden einer ſchwachen Sinnlichkeit findet, nie einen großen Grad von Pathos erwecken. Ein durchaus ſinnliches Subject ohne Sittlichkeit, und ſolche, die ſich ihm naͤhern, ſind zwar des fürchterlichſten Grades von Leiden faͤhig, weil ihre Sinnlichkeit in uͤberwiegendem Grade wirkt, aber von keinem ſittlichen Gefuͤhl aufgerichtet, werden ſie dieſem Schmerz zum Raube— und von einem Leiden, von einem durchaus huͤlfloſen Leiden von einer abſoluten Unthaͤtig⸗ keit der Vernunft wenden wir uns mit Unwillen und Abſcheu hinweg. Der tragiſche Dichter gibt alſo mit Recht den ge⸗ miſchten Charakteren den Vorzug, und das Ideal ſeines Helden liegt in gleicher Entfernung zwiſchen dem ganz Verwerflichen und dem Vollkommenen.
Die Tragoͤdie endlich vereinigt alle dieſe Eigenſchaften, um den mitleidigen Affert zu erregen. Mehrere von den Anſtalten, welche der tragiſche Dichter macht, ließen ſich ganz fuͤglich zu einem andern Zweck, z. B. einem moraliſchen, einem hiſtori⸗ ſchen u. a. benutzen; daß er aber gerade dieſen und keinen an⸗ dern ſich vorſetzt, befreit ihn von allen Forderungen, die mit dieſem Zweck nicht zuſammenhaͤngen, verpflichtet ihn aber auch zugleich, bei jeder beſondern Anwendung der bisher aufgeſtell⸗ ten Regeln ſich nach dieſem letzten Zwecke zu richten.
Der letzte Grund, auf den ſich alle Regeln fuͤr eine be⸗ ſtimmte Dichtungsart beziehen, heißt der Zweck dieſer Dich⸗ tungsart; die Verbindung der Mittel, wodurch eine Dichtungs⸗ art ihren Zweck erreicht, heißt ihre Form. Zweck und Form


