Univerſalhiſtoriſche Ueberſicht der merkwürdigſten Staatsbegebenheiten zu den Beiten Kaiſer Friedrichs I.*)
Der heftige Streit des Kaiſerthums mit der Kirche, der die Regierungen Heinrichs IV und V ſo ſtuͤrmiſch machte, hatte ſich endlich(1122) in einem voruͤbergehenden Frieden beruhigt, und durch den Vergleich, welchen Letzterer mit Papſt Calix⸗ tus II einging, ſchien der Zunder erſtickt zu ſeyn, der ihn wie⸗ der herſtellen konnte. Das Geiſtliche hatte ſich, Dank ſey der zuſammenhaͤngenden Politik Gregors VII und ſeiner Nach⸗ folger, gewaltſam von dem Weltlichen geſchieden, und die Kirche bildete nun im Staate und neben dem Stagte ein abgeſonder⸗ tes, wo nicht gar feindſeliges Syſtem. Das koſtbare Recht des Throns, durch Ernennung der Biſchoͤfe verdiente Diener zu be⸗ lohnen und neue Freunde ſich zu verpflichten, war ſelbſt bis auf den aͤußerlichen Schein durch die freigegebenen Wahlen fuͤr die Kaiſer verloren. Nichts blieb ihnen uͤbrig von dieſem un⸗
*) Anmerk. des Herausgebers. Im dritten Bande der hiſtoriſchen Memoires(erſte Abtheilung) findet ſich dieſe Abhand⸗ lung, aber unbeendigt. Die Fortſetzung unterblieb wegen der damaligen Krankheit des Verſaſſers.


