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dieſes Nationalintereſſe, dieſen Gemeingeiſt gegeben, den Ly⸗ kurgus dem ſeinigen gab. Und wodurch hat Lykurgus dieſes bewirkt?— Dadurch, daß er die Thaͤtigkeit ſeiner Mitbuͤrger in den Staat zu leiten wußte, und ihnen alle anderen Wege zu⸗ ſchloß, die ſie haͤtten davon abziehen koͤnnen.
Alles, was Menſchenſeelen feſſelt und Leidenſchaften ent⸗ zuͤndet, Alles, außer dem politiſchen Intereſſe, hatte er durch ſeine Geſetzgebung entfernt. Reichthum und Wolluͤſte, Wiſſen⸗ ſchaft und Kunſt, hatten keinen Zugang zu den Gemuͤthern der Spartaner. Durch die gleiche gemeinſchaftliche Armuth fiel die Vergleichung der Gluͤcksumſtaͤnde weg, die in den meiſten Menſchen die Gewinnſucht entzuͤndet; der Wunſch nach Beſitz⸗ thuͤmern fiel mit der Gelegenheit hinweg, ſie zu zeigen und zu nutzen. Durch die tiefe Unwiſſenheit in Kunſt und Wiſſenſchaft, welche alle Koͤpfe in Sparta auf gleiche Art verfinſterte, ver⸗ wahrte er es vor Eingriffen, die ein erleuchteter Geiſt in die Verfaſſung gethan haben wuͤrde; eben dieſe Unwiſſenheit, mit dem rauhen Nationaltrotz verbunden, der jedem Spartaner eigenthuͤmlich war, ſtand ihrer Vermiſchung mit andern grie⸗ chiſchen Voͤlkern unaufhoͤrlich im Wege. In der Wiege ſchon waren ſie zu Spartanern geſtempelt, und je mehr ſie andern Nationen entgegen ſtießen, deſto feſter mußten ſie an ihrem Mittelpunkt halten. Das Vaterland war das erſte Schauſpiel, das ſich dem ſpartaniſchen Knaben zeigte, wenn er zum Denken erwachte. Er erwachte im Schooß des Staats; Alles, was um ihn lag, war Nation, Staat und Vaterland. Es war der erſte Eindruck in ſeinem Gehirne, und ſein ganzes Leben war eine ewige Erneuerung dieſes Eindrucks.
Zu Hauſe fand der Spartaner nichts, das ihn haͤtte feſſeln koͤnnen; alle Reize hatte der Geſetzgeber ſeinen Augen entzogen. Nur im Schooße des Staats fand er Beſchaͤftigung, Ergoͤtzung,


